Bei erneut fast durchweg schönem Wetter legten wir auf dem Weg von Athen nach Kos insgesamt 407 Seemeilen zurück. Dabei erlebten wir das ganze Wind-Spektrum mit Überfahrten unter Maschine fast ohne Wind bis hin zu unserem Schlag von Mykonos nach Donousa, den wir bei zeitweise konstant 9 Windstärken mit Spitzen bis knapp an 10 Bft bewältigten.
Erstmals hatten wir auch einen Crew-Wechsel. Zu Törnmitte in Mykonos verließen uns Roland und Wolfgang, deren Plätze Conny und Herbert für die zweite Woche einnahmen.
Samstag 4. Oktober
Frühes Aufstehen war angesagt, schon um 6:05 startete unser Flug von Stuttgart nach Athen. Der Flug verlief planmäßig und wir landeten 10:15 Ortszeit (1 Stunde Zeitverschiebung) in Athen. Von dort fuhren wir mit dem Expressbus E96, der direkt an der Marina Alimos (Kalamaki) hält, wo wir um 11:30 eintrafen. Unsere 'Iole' (eine ein halbes Jahr junge Sun-Odyssey 49i von Athenian Yachts) befand sich in einem vorzüglichen Zustand und verfügte über eine hervorragende Ausstattung, u.a. eine hydraulische Gangway! Die 49i ist ein sehr gelungenes Schiff, wenngleich die beiden vorderen Kabinen trotz der Größe des Schiffes etwas knapp für zwei Erwachsene ausfallen. Aber es gibt dennoch üppig Platz für 8 Personen, schließlich verfügt jede Kabine ja über ein eigenes Bad.
Um 14:00 konnten wir mit dem Eincheck beginnen. Übernahme und Einräumen gingen schnell voran und so konnten wir schon um 16:30 auslaufen. Doch wie schon beim letzten Ägäis-Törn reichte es wieder nicht bis zum Kap Sunion, wo wir den Sonnenuntergang am Poseidon-Tempel erleben wollten und wir mussten wieder in der davor liegenden Bucht Ormos Anavisou ankern. Leider stand Südschwell in die Bucht und die erste Nacht wurde so ein wenig unruhig.
Sonntag 5. Oktober
Heute hatten wir gleich eine ordentliche Etappe geplant: Bei optimalen Bedingungen könnten wir bis nach Milos durchsegeln. Nach ausgiebigem Frühstück lichteten wir um 8:45 den Anker. Ideale Winde 4 bis 5 Beaufort aus West ließen uns gut vorankommen. Gegen Mittag wurde der Wind für 2 Stunden sogar noch kräftiger.
Und tatsächlich schafften wir das ehrgeizige Ziel. Bei Sonnenuntergang liefen wir in die große Bucht von Milos ein und machten Punkt 19:00 Uhr nach 70,4 Seemeilen am Kai von Adamas fest.
Kochen wollte aus verständlichen Gründen niemand mehr, und so suchten wir uns bald nach dem wohlverdienten Anlegeschluck ein gemütliches Restaurant im Ort.