Sardinien 27. Mai bis 2. Juni 2006

Das wunderschöne Segelrevier zwischen Korsika und Sardinien lernten wir bei leider äußerst unbeständigem Wetter kennen. Insbesondere beim Wetterbericht kam es uns so vor, als ob Würfeln zur neuen Vorhersagemethode verwendet wurde.
Bei nur sehr geringen Abständen bietet das Revier reihenweise reizvolle Buchten in schroffer wildromantischer Landschaft und bunte Hafenstädtchen. So sind auch Landausflüge und Wanderungen lohnenswert. Der Nordosten Sardiniens ist allemal einen Törn wert!
Unsere 'Madrone', eine Oceanis 393 von Capo Testa Yachting, war in einem sehr guten Zustand. Zum allerersten Mal in mittlerweile nun über 20 Törns aber erlebten wir ein ausgesprochen unfreundliches Personal an der Charterbasis, mit dem wir überhaupt nicht zufrieden waren!
Samstag 27. Mai

Unser Flug traf früh morgens in Olbia ein und hier trafen Conny, Doro und Jürgen mit Kristina und Michael zusammen, die bereits eine Woche Landurlaub auf Sardinien gemacht hatten. Wir nutzen den Mietwagen von Kristina und Michael noch einen weiteren Tag für den Transfer nach 'Santa Teresa Gallura', wo sich die Basis befand. Da in einen Punto maximal drei Personen mit Segelgepäck passen, brachte Kristina zunächst Doro und Jürgen zur Basis, damit diese schon die Schiffsübernahme durchführen konnten. Um 11 Uhr traf die erste Fuhre am Ziel ein.
Doch leider wurde aus dieser Planung nichts! Die Mitarbeiter bei Capo Testa Yachting waren überaus unfreundlich und ließen uns darüberhinaus auch nicht eine Minute vor 18 Uhr (das ist der offizielle Charterbeginn) aufs Schiff, obwohl dieses komplett fertiggerichtet udn ablegebereit da stand. So etwas haben wir bis dahin (und auch später nie mehr) bei einer Charteragentur erlebt. Es ist überall Usus, Chartercrews bei ihrem Eintreffen die Einrichtung und Übernahme der Schiffe zu erlauben, vorausgesetzt natürlich, dass ein Schiff bereits von der Vorcharter gereinigt und fertiggestellt ist.
Als Kristina 2 Stunden später mit Conny und Michael eintraf, war die Enttäuschuig entsprechend groß. Wir erledigten dann eben trotzdem unsere Einkäufe (wir wussten ja nicht, ob die Agentur das tatsächlich bis zur letzten Minute durchzieht) und saßen bei brütender Hitze mit dem gepäck am Kai.
So erledigten wir die Einkäufe, und als auch die erledigt waren (auch die Frischwaren durften nicht vorzeitig in den Bordkühlschrank!), warten wir, und warteten, und warteten ...
Nach dem Checkin war an ein Auslaufen nicht mehr zu denken. So konnten wir in aller Ruhe die angewärmten Einkäufe einräumen, Kabinen beziehen und ein interessantes Abendessen mit Fenchel-Gemüse kochen.
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Sonntag 28. Mai

Bei strahlendem Sonnenschein starteten wir Sonntag gegen Mittag zu unserer ersten Etappe. Wir erreichten Bonifacio an der Südspitze von Korsika am späten Nachmittag. Nach anfänglich schwachem Wind aus W hatte dieser bis auf 6 bft zugenommen, als wir die fantastische Einfahrt von Bonifacio passierten. Wir liefen noch bis zum Aufstieg zur Altstadt, wo man einen herrlichen Blick auf die Kalkfelsen genießen kann und suchten uns dann eines der zahlreichen Hafen-Restaurants:
Montag 29. Mai

Vormittags war Landgang angesagt und wir besichtigten die schöne Altstadt von Bonifacio.
Am frühen Nachmittag liefen wir wieder aus mit Kurs auf das Maddalena Archipel. Der Mistral hatte mittlerweile konstant 7 bft erreicht, in Böen auch darüber und wir segelten nur unter Fock. Kurz vor 18 Uhr machten wir im schönen Hafen La Maddalena fest. Wir kochten an Bord und typisch italienisch mit Hackfleisch und Pasta.
Dienstag 30. Mai

Trotz völlig anderslautender Vorhersage hatte der Wind noch einmal deutlich zugelegt. So wanderten wir zu der ursprünglich zum Ankern avisierten Westseite der Isola La Maddalena. Durch den extrem starken Wind hatte aber keiner so richtig Lust zum Baden und wir dehnten die Wanderung durch die herrliche Landschaft noch ein wenig weiter aus. Auf dem Rückweg kamen wir an einem grmütlichen Cafe vorbei und abends gab es - Pasta mit Hackfleisch.
Mittwoch 31. Mai

Der WInd hatte wieder nachgelassen und wir peilten die erste Ankerbucht an. Gegen Mittag fiel unser Anker in der 'Tahiti' genannten 'Cala Coticcio' an der Westseite der 'Isola Caprera' in herrlich türkisblaues Wasser.
Am Nachmittag wurden die Badefreuden dann durch plötzliche starke Böen aus Ost jäh unterbrochen und wir mussten die Bucht verlassen. Bei drehenden Winden bis erneut 8 bft segelten wir in den kleinen und schönen Porto Massimo an der Westseite von La Maddalena.
Donnerstag 1. Juni

Im Laufe der Nacht ließ der Wind nach und wir liefen früh Richtung 'Isola Spargi' aus. In der wunderschönen 'Cala Corsara' ankerten wir gegen Mittag. Nach ausgiebigen Badefreuden kam am Nachmittag plötzlich ein Gewitter auf und wir mussten die Bucht wieder verlassen. Da die Vorhersage für Freitag Sturm bis 9 bft aus Nord ankündigte, fuhren wir direkt in unseren Heimathafen nach St. Teresa.
Freitag 2. Juni

Der vorhergesagte Sturm hatte sich anscheinend verlaufen. Stattdessen erfreuten uns mehrere Gewitter mit wahren Sturzbächen und Temperaturen um 15°C! So hatten niemand mehr Lust, ob des ausgebliebenen Sturmes zum nahegelegenen Capo Testa auszulaufen, das wir ja eigentlich auch noch besuchen wollten. Doro, Jürgen, Kristina, Michael und Conny.
Am Abend ließen wir den Törn dann bei einem gemütlichen Essen in einem hervorrragenden Restaurant unweit des Hafens ausklingen.
Samstag 3. Juni

Nach dem Checkout fuhren wir per Mietwagen wieder zurück nach Olbia. Da wir viel zeit hatten, legten wir noch einen Abstecher nach Porto Cervo ein, wo der italienische Geldadel logiert. Am Abend ging dann unser Flug wieder zurück nach Deutschland.