Mallorca/Ibiza 23. bis 30. Oktober 2004

Dieses Jahr ließen wir die Segelsaison in dem herrlichen Segelrevier der Balearen ausklingen. Abseits der Bettenburgen findet man hier wunderschöne Ankerplätze und Landschaften. Wir erlebten schönes und ruhiges und, für die Balearen im Herbst auch typisch, sehr stürmisches Wetter bei bis zu unglaublichen 26 Grad Wassertemperatur in den Badebuchten.

Bei 'Calabrote Yacht Charter' in 'El Arenal' hatten wir unsere 'Esles' gechartert, eine Oceanis 393 in erstklassigem Zustand und gut ausgestattet.
Samstag 23. Oktober

Durch einen frühen Flug waren wir schon um 10 Uhr am Stützpunkt und mit Einkauf und Eincheck am Nachmittag fertig. Wir liefen gleich aus, um in einer Nachtfahrt die 80sm nach Ibiza / Formentera zu segeln. Eigentlich wollten wir noch in der Cala Portals im Südwesten der großen Bucht von Palma zu Abend essen, das avisierte Restaurant hatte allerdings jahreszeitlich bedingt schon geschlossen. Eine Alternative gab es im näheren Umkreis nicht, so kochten wir an Bord. Gegen 22:30 holten wir unseren Anker auf, und liefen aus Richtung Formentera.
Die Überfahrt verlief unproblematisch bei angenehmen Winden und wir konnten die gesamte Überfahrt unter Segel bewältigen und liefen knapp 6 Knoten im Schnitt.
Sonntag 24. Oktober

Da unsere Crew diesmal mit Doro, Jürgen, Marie-Luise und Markus nur vier Personen umfasste, teilten wir uns in zwei Gruppen auf, die sich in der Bootsführung abwechselten oder schliefen. Die Überfahrt verlief unproblematisch bei angenehmen Winden und wir konnten die gesamte Strecke komplett unter Segel bewältigen. Das war besonders für diejenigen von Vorteil, die in der Koje ihre Schlafpause nahmen. Unter Segel gleitet ein Boot natürlich viel harmonischer durch die Wellen und zusätzlich kann man schneller einschlafen, wenn kein Motor lärmt.
Als gegen 9 Uhr vormittags der Wind nahe Ibiza dann aber doch ziemlich einschlief, starteten wir die Maschine und konnten unter Autopilot frühstücken. Ein wilder Kampf ums Nutella entbrannte ...
Gegen Mittag erreichten wir nach 80 Seemeilen schließlich in die zauberhafte Bucht 'Puerto del Espalmador' bei der kleinen Insel 'Espalmador', die zwischen 'Ibiza' und 'Formentara' liegt, und warfen unseren Anker. Den restlichen Tag verbrachten wir mit Faulenzen und Baden.
Montag 25. Oktober

Auf 'Espalmador' gibt es einen Salzsee den wir besuchten und dort ein ausgiebiges Hautbad nahmen. Das soll gesund sein. Der See war so spät im Jahr zwar zu einer Gruppe von Tümpeln geschrumpft, die aber waren noch ausreichend tief, um sich hineinzulegen. Am Meer wuschen wir uns die Salzlake dann wieder ab:
Nach Sonnen, Baden und Entspannen zog es am Abend plötzlich zu. Binnen kurzer Zeit baute sich starker Westwind auf, der direkt in die Bucht blies. Yacht um Yacht lief aus. Als gegen 21 Uhr auch unser Anker bei mittlerweile 30 Knoten Wind slippte, verlegten wir uns in den 5sm südlich gelegenen Hafen 'Puerto de la Sabina'. Es war noch Marinapersonal anwesend und man wies uns einen denkbar ungeeigneten Liegeplatz zu. Bei 30 Knoten von schräg seitlich auflandigem Wind und außerdem nur spärlichem Lampenlicht legten wir 'nordeuropäisch', also mit dem Bug voraus an, um größeren Stress zu vermeiden.

Dienstag 26. Oktober

Das Wetter besserte sich und auch der Wind ließ wieder nach. Da es in 'La Sabina' aber nicht so viel zu sehen gab, liefen wir mittags wieder aus und steuerten 'Ibiza Stadt' an:
Nach einem längeren Stadtbummel suchten wir noch ein gemütliches Restaurant, was in Anbetracht der späten Saison gar nicht mehr so einfach war. Frisch gestärkt liefen wir um 23 Uhr dann für einen erneuten Nachtschlag zurück nach Mallorca wieder aus.
Mittwoch 27. Oktober

Den Sonnenaufgang erlebten wir zwischen Ibiza und Mallorca. Gegen 13 Uhr nach rund 14 Stunden erreichten wir schließlich 'S'Estanyol' an der Südküste Mallorcas. Hier füllten wir unsere Vorräte wieder auf. Anschließend segelten wir weiter nach 'Cabrera', wo wir kurz vor Dunkelheit reichlich müde eintrafen.
Ein wohlverdientes Mahl und guter Rotwein in der malerischen 'Puerto de Cabrera' ließ uns die Mühen der langen Überfahrt vergessen. Wir lagen hier an einer vorab bestellten Boje, denn in dem Naturschutzgebiet darf nur eine begrenzte Anzahl Boote einlaufen und nur an den ausgelegten Bojen festmachen.
Donnerstag 28. Oktober

Leider hatte sich das Wetter wieder deutlich verschlechtert. Am Vormittag fuhren wir mit dem Dinghy an den kleinen Festmacher an der Nordostseite der Bucht, von dem aus man bequem zur Ruine der alten Burg in der Einfahrt zur 'Puerto de Cabrera' aufsteigen kann. Auf der Burg hat man eine herrliche Aussicht über diese fantastische Bucht. Im Bild kann man links unten am Festmacher unser Dinghy und die Esles (2. Yacht von links) erkennen:
Anschließend wanderten wir um die halbe Bucht und folgten dem Weg bis zum landschaftlich ebenso toll gelegenen Leuchtturm 'Far de Punta de n'Ensiola' an der Südwestecke der Insel 'Cabrera':
Freitag 29. Oktober

Cabrera bietet einen hervorragenden Schutz und man bekommt in der Bucht nicht mit, selbst wenn der Wind außerhalb Sturmstärke erreicht. Und das war über Nacht geschehen. Bei der Ausfahrt durch die enge Durchfahrt der Bucht achteten wir auf die See außerhalb und sahen kräftige brechende Wellen mit Schaumkronen, die sich aufgebaut hatten. So war schnell klar, dass wir am besten noch im Schutz der Bucht Segel setzen sollten und die gleich gerefft.
Bei bis 40 Knoten hatten wir eine zwar anstrengende aber doch lustige Überfahrt mit Rettungsweste, Lifeline und gelegentlicher Dusche zurück nach El Arenal. Erst wenige Meilen vor unserem Heimathafen ließ der Wind dann etwas nach und es klarte auch wieder auf:
Den Anlegeschluck nach dem Festmachen hatten wir uns redlich verdient. Nach Packen und Auscheck fuhren wir per Taxi nach Palma de Mallorca, um in dem Geheimtipp - Restaurant beim Fischmarkt - hervorragenden frischen Fisch zu essen. Zum Abschluss liefen wir dann noch in die Altstadt von Palma in die Szenekneipe 'Abaco', wo es leckere Cocktails in außergewöhnlichem Ambiente gibt':
Per Taxi ging es wieder zurück nach 'El Arenal'. Wir übernachteten wieder an Bord und Samstag Morgen ging unser Flug zurück nach Stauttgart.